Internationale SEO: hreflang richtig setzen für mehrere Sprachen
hreflang sagt Suchmaschinen, welche Sprachfassung welcher Seite für wen gedacht ist – falsch gesetzt schadet es mehr als es nützt.
$ cat international-seo-hreflang-dfm.md | headhreflang ist eine Angabe, die jeder Sprachfassung einer Seite mitteilt, welche anderen Fassungen derselben Seite existieren und für welche Sprache und Region sie gedacht sind. Sie verhindert, dass sich zwei Versionen gegenseitig verdrängen, und sorgt dafür, dass einem Nutzer in Österreich die österreichische statt der deutschen Fassung ausgeliefert wird. Der häufigste Fehler ist dabei nicht die Syntax, sondern die Gegenseitigkeit: Eine Angabe, die nur in eine Richtung zeigt, wird ignoriert.
Wie ist ein hreflang-Tag aufgebaut?
Das Attribut besteht aus einem Sprachcode nach ISO 639-1 und optional einer Regionsangabe nach ISO 3166-1, getrennt durch einen Bindestrich. de steht für deutschsprachige Inhalte ohne Region, de-DE für Deutschland, de-AT für Österreich und de-CH für die Schweiz. Ein Tag ohne Region ist die richtige Wahl, wenn es nur eine deutschsprachige Fassung gibt – ihn trotzdem regional zu beschränken, schließt Nutzer aus anderen Ländern unnötig aus.
Warum muss die Angabe gegenseitig sein?
Weil eine einseitige Zuordnung keine Information trägt. Verweist die deutsche Fassung auf die englische, die englische aber nicht zurück, ist unklar, ob es sich um Alternativen derselben Seite handelt oder um zwei Seiten, die zufällig verlinkt sind. Jede Fassung muss alle anderen Fassungen nennen – auch sich selbst. Bei drei Sprachen bedeutet das drei Verweise pro Seite, nicht zwei.
Wie bindet man hreflang technisch ein?
- ›Im Kopf der Seite als link-Element mit rel="alternate" und hreflang-Attribut
- ›Oder als HTTP-Header Link – nötig bei Dateien, die keinen Kopf haben
- ›Oder in einer XML-Sitemap für große Bestände
- ›Absolute URLs verwenden, keine relativen Pfade
- ›Genau eine Fassung zusätzlich als x-default markieren
Was ist x-default und wann braucht man es?
x-default benennt die Fassung, die Nutzern gezeigt wird, deren Sprache zu keiner der vorhandenen passt – meist eine Sprachauswahl oder die englische Fassung. Es ist keine zusätzliche Sprache, sondern ein Auffangwert, und es darf pro Seitengruppe nur einen geben. Fehlt er, entscheidet die Suchmaschine selbst, was sie einem fremdsprachigen Nutzer zeigt.
Die häufigsten Fehler bei hreflang
Falsche oder erfundene Sprachcodes, etwa de-XX oder en-EU. Verweise auf URLs, die auf eine andere Adresse weiterleiten – jede Weiterleitung bricht die Kette. Angaben nur auf der Startseite statt auf jeder einzelnen Seite. Und Verwechslung mit der canonical-Angabe: canonical sagt, welche Fassung die maßgebliche ist, hreflang, welche für wen gedacht ist. Beide gehören auf jede Seite, sie widersprechen sich nicht.
Getrennte Domains, Unterverzeichnisse oder Unterdomains?
Für Suchmaschinen macht die Struktur keinen Unterschied, für den Aufwand schon. Unterverzeichnisse wie example.de/fr/ bündeln die Autorität auf einer Domain, benötigen aber serverseitige Sprachlogik. Länderspezifische Domains wie example.fr sind eindeutig zuzuordnen, bauen aber Autorität getrennt auf – bei einem neuen Projekt ohne bestehende Autorität ist das ein Nachteil, der sich über Jahre zieht.
Wie man hreflang-Verweise prüft
Indem man die Verweise gegeneinander laufen lässt: Jede URL muss alle anderen nennen, und jeder Verweis muss auf eine Seite zeigen, die tatsächlich in der genannten Sprache ausgeliefert wird. Besonders häufig scheitern automatisch übersetzte Seiten daran, dass die Sprachversion in der Adresse steht, der Inhalt aber unverändert deutsch bleibt. Das erkennt auch die Suchmaschine.
Wann lohnt sich der Aufwand überhaupt?
Sobald zwei Sprachfassungen um dieselben Suchbegriffe konkurrieren – bei Deutsch und Niederländisch etwa selten, bei Deutsch und Englisch regelmäßig. Bei zwei Fassungen ohne gemeinsame Zielgruppe genügt eine saubere Trennung ohne hreflang. Prüfen Sie im Search-Console-Bericht zur internationalen Ausrichtung, welche Fassungen tatsächlich eingeblendet werden, bevor Sie am Aufbau etwas ändern.
Erst messen, dann auszeichnen
Markieren Sie eine Seitengruppe vollständig, prüfen Sie die Gegenseitigkeit maschinell und lassen Sie die Auszeichnung vier Wochen laufen, bevor Sie sie auf den gesamten Bestand ausrollen. Der Aufwand liegt nicht im Schreiben der Verweise, sondern im Nachhalten, dass keine Sprachfassung später hinzukommt, ohne in alle bestehenden eingetragen zu werden.
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