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Engineering 20. August 2026KI-generiert~3 Min Lesezeit

CDN-Auswahl: Worauf es wirklich ankommt

Die CDN-Auswahl entscheidet über Latenz, Kosten und Datenschutz. Sechs Kriterien, die vor der Vertragsunterschrift geprüft werden sollten.

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Ein CDN lohnt sich, sobald Ihre Besucher weiter vom Server entfernt sitzen. Messbar wird der Effekt über die Zeit bis zum ersten Byte: Bei einem Server in Frankfurt und Besuchern in Oberhausen liegt sie bei rund 20 Millisekunden, ohne CDN in Lissabon bei 60 bis 80. Über die Auswahl entscheiden aber nicht die Marketingzahlen, sondern sechs prüfbare Kriterien.

Welche Kriterien entscheiden über die CDN-Auswahl?

  • ›Standortdichte in den Regionen Ihrer Besucher, nicht weltweit
  • ›Kontrolle über Cache-Schlüssel und Lebensdauer pro Pfad
  • ›Unterstützung für Brotli und moderne Bildformate
  • ›Auftragsverarbeitung und Vertragslage nach DSGVO
  • ›Preis pro Terabyte plus Preis pro Million Anfragen
  • ›Ausfallverhalten: Was passiert, wenn das CDN nicht antwortet?

Warum ist die Standortdichte wichtiger als die Standortzahl?

Dreihundert Standorte weltweit helfen wenig, wenn der nächste zu Ihren Besuchern in Frankfurt weit entfernt liegt. Entscheidend ist die Strecke zwischen Besucher und erstem Cache-Knoten: Jede 1.000 Kilometer Glasfaser kosten rund 10 Millisekunden. Prüfen Sie die Standortliste gegen die tatsächliche Besucherverteilung aus Ihrem Analytics-Bericht, nicht gegen die Weltkarte des Anbieters.

Was bedeutet Cache-Kontrolle konkret?

Sie müssen pro Pfadmuster festlegen können, wie lange eine Antwort im Cache bleibt und welcher Teil der Anfrage in den Cache-Schlüssel eingeht. Ohne das landet entweder zu viel im Cache – und Kunden sehen veraltete Preise – oder zu wenig, und das CDN reicht jede Anfrage durch. Beides kostet Geld und Vertrauen. Prüfen Sie zusätzlich, ob sich einzelne Pfade gezielt aus dem Cache werfen lassen.

Wie wirkt sich das CDN auf den Datenschutz aus?

Ein CDN verarbeitet die IP-Adresse jedes Besuchers in Ihrem Auftrag, braucht also einen Auftragsverarbeitungsvertrag nach Artikel 28 DSGVO. Relevant ist außerdem, wo die Knoten stehen: Ein Anbieter mit Standorten außerhalb der EU begründet einen Drittlandtransfer, der eigene Grundlagen verlangt. Fragen Sie beides vor der Unterschrift ab, nicht danach.

Wie vergleicht man die Kosten ehrlich?

Rechnen Sie mit den eigenen Zahlen, nicht mit dem Listenpreis. Ein Anbieter mit 0,01 Euro pro Gigabyte und 0,60 Euro pro Million Anfragen ist bei bildlastigen Seiten billig und bei vielen kleinen API-Aufrufen teuer. Nehmen Sie die Werte aus einem normalen Monat, multiplizieren Sie beide Posten und addieren Sie den Aufwand für Konfiguration und Betrieb.

Was passiert, wenn das CDN ausfällt?

Diese Frage trennt gute von billigen Anbietern. Ein CDN sollte so konfiguriert sein, dass es bei eigenen Störungen die Anfrage an den Ursprung durchreicht, statt einen Fehler auszuliefern. Prüfen Sie außerdem, ob Sie den Ursprung im Notfall in wenigen Minuten aus der CDN-Konfiguration nehmen können – ohne Zugriff auf ein Kontrollpanel, das selbst betroffen sein könnte.

Wann ist ein CDN die falsche Antwort?

Wenn Ihre Besucher ohnehin in einer Region sitzen und Ihr Ursprung dort steht. Dann bringt das CDN wenige Millisekunden und kostet eine zusätzliche Fehlerquelle. Ein Server mit guter Kompression, sauberem Caching und einem Bildformat, das Größe spart, erreicht in diesem Fall mehr als ein zusätzlicher Knoten vor demselben Rechenzentrum.

Sechs Kriterien statt einer Weltkarte

Wer Standortdichte, Cache-Kontrolle, Kompression, Vertragslage, Preisstruktur und Ausfallverhalten prüft, wählt selten falsch. Der teuerste Fehler ist nicht der zu hohe Preis, sondern ein CDN, das falsche Antworten zwischenspeichert und Wochen später für unerklärliche Beschwerden sorgt. Messen Sie nach der Einführung die Zeit bis zum ersten Byte aus zwei oder drei Regionen und vergleichen Sie mit dem Zustand davor. Notieren Sie die Werte mit Datum, sonst diskutieren Sie in einem Jahr aus dem Gedächtnis.

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